Saisonbroschüre
2025/2026
10/15
© James Bellorini

Sir James MacMillan

COMPOSER IN RESIDENCE


James MacMillan ist Komponist, Fußballfan und Katholik. In dieser Reihenfolge. Aber vor allem ist er Schotte, und das verbindet ihn mit unserem Chefdirigenten Sir Donald Runnicles, der ihn als Composer in Residence mit nach Dresden bringt. Seine musikalische Erweckung hatte MacMillan mit neun Jahren, als er das erste Mal Blockflöte spielte. Sofort wollte er auch selbst Musik schreiben. Bei einfachen Flötenmelodien blieb es zum Glück nicht. Nach einem Ausflug in die Rockmusik studierte er Komposition. Heute ist er der bedeutendste Komponist Großbritanniens (u.a. schrieb er die Musik zur Beisetzung von Queen Elizabeth II.) und feiert auch international Erfolge.


 Sie lieben Fußball. Was hat dieser Sport mit Ihrer Musik zu tun?  

Es gibt eine ganze Reihe von Komponisten, die vom Fußball besessen waren. Martinů widmete 1924 sein Orchesterstück ›Halbzeit‹ den Fans von Sparta Prag, seiner Lieblingsmannschaft. Und Schostakowitsch war Fan von Leningrad Zenith und selbst ein ausgebildeter Schiedsrichter. Er schrieb einige fußballbezogene Werke, darunter das Ballett ›Das Goldene Zeitalter‹. Ich habe das auch getan - mein jüngstes Fußballstück ist ›Eleven‹, es enthält Gesänge von den Rängen, Melodien aus elf Noten, Akkorde aus elf Tonhöhen usw.

 


 Sie haben Ihre Vierte Sinfonie Sir Donald Runnicles gewidmet. Warum?  


Sir Donald ist einer der größten Dirigenten, die Schottland hervorgebracht hat, und ich lernte ihn kennen, als er vor einigen Jahren beim BBC Scottish Symphony Orchestra war. Aus Anlass seiner Zusammenarbeit mit dem Orchester und seines 60. Geburtstags im Jahr 2015 habe ich ihm meine vierte Sinfonie gewidmet. Die Uraufführung fand in jenem Jahr bei den BBC Proms in London statt.